Anlage einer Heidelandschaft „Am Neuen Leuchtturm Borkum“

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Im Rahmen des Borkumer Mobilitätskonzepts, das ein Radverkehrskonzept beinhaltet, wurde 2016 am neuen Leuchtturm parallel zu einem bereits  bestehenden Fußgängerweg ein Fahrradwege-Lückenschluss über 110 Metern Länge zwischen Strand und Ortszentrum realisiert. Die umgebenden Grünflächen bestanden jedoch weiterhin aus einer unattraktiven und ökologisch wenig bedeutsamen Rasenmonokultur.

Maßnahme Heide - Zustand vorher

Ehemaliger Zustand der Grünflächen am Fahrradwege-Lückenschluss am neuen Leuchtturm.

Mit Fördermitteln aus dem Programm „Landschaftswerte“ der NBank wurden diese Flächen in eine Heidelandschaft umgewandelt. Die Neugestaltung hat das Ziel, eine ökologische und landschaftsästhetische Verbesserung zu erreichen. Die Flächen repräsentieren eine typische Grau- und Braundünenlandschaft, die zu mehr Artenvielfalt im Ortsbereich führt.

Öffentliche Grünflächen, die mit Rasen oder standortfremden Zierpflanzen ausgestattet sind, haben häufig eine geringe ökologische Wertigkeit. Heiden beherbergen hingegen zahlreiche Arten und Lebensgemeinschaften, die in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind, und teilweise nur in diesen Ökosystemen vorkommen. Während auf einer Rasenfläche 30-50 Tierarten gefunden werden können, sind dies auf einer Heidefläche bis zu 2.500 Tierarten. Drei Flächen wurden in der Heidelandschaft mit der einheimischen Bibernellrose bepflanzt. Als Bienenweide hat sie eine große ökologischer Bedeutung. Die Hagebutten bieten vielen Vögeln und Kleinsäugern in der Winterzeit eine sichere und vitaminreiche Nahrungsquelle. Auf einer Fläche in der Heidelandschaft wurden Arnika, Rundblättrige Glockenblume, Scharfer Mauerpfeffer und Sand-Thymian gepflanzt. Sie sind typische Arten der heidenreichen Sandmagerrasen.

Die Pflanzenauswahl bietet den Vorteil, dass sie nicht pflegeintensiv ist. Nach der Anwuchsphase bedarf es keiner Mäh- oder Bewässerungsarbeiten. Diese würden sonst in der Vegetationszeit auftreten – zeitgleich zur arbeitsreichen touristischen Hochsaison auf den Ostfriesischen Inseln.

Gleichzeitig wird durch die Verwendung standorttypischer Pflanzen der Inselcharakter im Ortsbereich gefördert. Dies trägt zur Identitätsstärkung auf der Insel bei. Somit profitieren die insulare Bevölkerung und der Tourismus von der Maßnahme.

In Anlehnung an die Aktion „Heide in die Gärten!“ der Naturschutzgemeinschaft Sylt soll die Maßnahme zudem ein „Best Practice-Beispiel“ für die Bürger sein, wie Gärten auf der Insel bepflanzt werden können, die zur Bereicherung der Artenvielfalt führen. Der Großteil der Gärten auf Borkum besteht aus Pflastersteinen, Rasen und Hortensien mit einer sehr geringen ökologischen Wertigkeit. Eine attraktive Heidelandschaft kann hierzu eine Alternative bieten.

Investitions- und Förderbank Niedersachsen

Programm: Landschaftswerte

Förderkennzeichen: ZW 85019892

Projektkosten: 26.940,47 Euro

Förderung: 21.552,37 Euro

Eigenanteil: 5.388,10 Euro